Was ist wichtig in der Absetzphase von Ferkeln?

Sobald die Saugferkel am Ende der Säugephase mit 21 bis 28 Tagen ihre Absetzgewichte von ca. 6 bis 8 kg erreichen, werden sie beim Absetzen von der Sau getrennt und in das Flatdeck eingestallt. Dies bedeutet erheblichen Stress für Ihre Ferkel, da sich gleich mehrere Faktoren ändern: die Umgebung, die sozialen Artgenossen, die Futter- und Tränketechnik, das Keimmilieu etc. Und das Ferkel muss sich nun komplett auf feste Nahrung einstellen, denn die Sauenmilch, die seit Geburt die primäre Nahrungsquelle war, steht nun nicht mehr zur Verfügung. In der Absetzphase muss eine Überlastung des Verdauungssystems (Durchfall) vermieden werden. Denn nur gesunde Ferkel haben eine gute Futterverwertung und hohe tägliche Zunahmen.

 

Für ein optimales Management in der Absetzphase gilt es daher folgende Kernfragen zu beantworten:

1. Wie gelingt es, nach dem Absetzen Durchfälle und einen Wachstumsknick zu vermeiden?

2. Wie können auch in dieser sensiblen Phase hohe Zunahmen erreicht und die Entwicklung der Ferkel gefördert werden?

Absetzphase Ferkel - was wichtig ist

  •  Der Absetzstarter muss eine geringe Säurebindungskapazität aufweisen, um lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen vorzubeugen.
  • Das Absetzfutter darf nur hochwertige Proteinträger enthalten, wie Milchprodukte, Sojaproteinkonzentrat, Kartoffeleiweiß sowie hydrolysiertes tierisches Eiweiß (Blutzellen und Blutplasma).
  • Spezielle Galaktooligosaccharide (GOS) regen das Wachstum der Darmzotten an und fördern das Immunsystem.

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Absetzen - Die kritische Phase in der Ferkelaufzucht

Um den Ferkeln diesen ohnehin schon schwierigen Übergang in der Aufzuchtsphase so einfach wie möglich zu gestalten, empfiehlt es sich, bereits drei bis vier Tage vor dem Absetzen die Ferkel an den Absetzstarter zu gewöhnen und mit der Fütterung schon im Abferkelstall zu beginnen. Damit der Futterwechsel problemlos funktioniert, muss der Absetzstarter dabei dieselben hochverdaulichen Komponenten enthalten wie das zuvor vorgelegte Beifutter (Brei/Prestarter).

In den ersten drei Tagen wird von den Ferkeln wegen der Rangkämpfe und der Erkundung der neuen Umgebung (im Flatdeck) nur wenig gefressen. Dadurch sinkt die Produktion von Magensäure und Enzymen, denn: Ist kein Futter vorhanden, werden auch keine Verdauungssäfte gebildet. Infolgedessen steigt der pH-Wert im Magen (Abb. 4) und die Verdauungskapazität sinkt.

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Säurebindungskapazität - Vorbeugung gegen Durchfall

Ein zu hoher Magen-pH bedeutet, dass die aufgenommenen Futternährstoffe nicht vollständig abgebaut werden und den im Darm vorhandenen Bakterien (z. B. E. Coli) als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen. Dies führt häufig zu lebensbedrohlichen Coli-Erkrankungen (Durchfall, Ödemkrankheit und Coli-Toxinschock; Abb. 5 und 6). Es ist demnach unbedingt erforderlich, dass Ihre Ferkel gleich nach dem Absetzen hochwertiges Futter aufnehmen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass das Absetzfutter gern gefressen wird, hochverdaulich ist und die Darmgesundheit Ihrer Ferkel fördert. Der Absetzstarter muss eine geringe Säurebindungskapazität aufweisen, damit wenig Salzsäure im Magen abgebunden wird. Auf diese Weise wird der pH-Wert im Magen gesenkt und das Verdauungssystem der Ferkel gefördert. Eine gesteigerte Nährstoffverdauung beugt lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen vor (Abb. 5 und 6).

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Eine geringe Säurebindungskapazität (< 650 meq/kg) wird einerseits durch die Minimierung des Eiweiß- und Mineralstoffgehaltes im Futter erreicht, da diese Inhaltsstoffe viel Säure binden. Zusätzlich spielt die Auswahl der mineralischen Komponenten eine wichtige Rolle. Beispielsweise weisen die Calciumquellen, bei denen das Calcium an eine Säure gebunden ist (Calciumbutyrat, Calciumformiat), eine geringere Säurebindungskapazität auf als Calciumcarbonat.

Zudem muss der Absetzstarter freie organische Säuren enthalten, die den pH-Wert im Futter und im Magen absenken. Das erhöht die Verdaulichkeit des Futters, fördert die Grundfunktionen der Verdauung und beugt damit Verdauungsstörungen vor.

Hochverdauliche Komponenten im Absetzstarter für Ferkel

Der Absetzstarter muss stets aus hochverdaulichen Komponenten ohne schädigende Inhaltsstoffe zusammengesetzt sein. Das bedeutet in erster Linie, dass in der Absetzphase nur sehr geringe Mengen Sojaextraktionsschrot eingesetzt werden, da dieses sogenannte antinutritive Inhaltsstoffe (Enzyminhibitoren, Allergene) enthält (s. Tabelle), die die Verdauungsvorgänge und die Gesundheit Ihrer Absetzferkel negativ beeinträchtigen. Das Immunsystem Ihrer Ferkel wird durch diese antinutritiven Inhaltsstoffe beansprucht, was zum Zeitpunkt des Absetzens gefährlich ist, da Ihre Ferkel gerade jetzt am geringsten geschützt sind. Dies ist der Fall, weil die aktive Immunität noch nicht vollständig aufgebaut ist, die Antikörper der Muttermilch (passive Immunität) jedoch schon abgebaut sind.

Das Absetzfutter darf aus diesem Grund nur wenig Sojaextraktionsschrot enthalten, sondern hauptsächlich hochwertige Proteinträger wie Milchprodukte, speziell behandeltes Sojaproteinkonzentrat, Kartoffeleiweiß, Proteinhydrolysat aus Darmmukosa und hydrolysierte Blutzellen und hydrolysiertes Blutplasma. Diese Proteinhydrolysate sind hochwertige Lieferanten von tierischem Protein und haben deshalb das optimale Aminosäuremuster. Zusätzlich sind biogene Wirkstoffe enthalten, welche das Immunsystem fördern. Durch die ausgezeichnete Eiweißqualität und hohe Verdaulichkeit werden Stoffwechsel und Verdauungssystem entlastet und die wichtigen Aminosäuren gut verwertet. Damit schonen Sie das Immunsystem Ihrer Ferkel und verbessern deren Gesundheit und Leistungsbereitschaft. Denn: Die Energie und das Eiweiß, welches für die Erzeugung von Antikörpern genutzt wird, steht nicht mehr für Wachstum und Leistung zur Verfügung.  

Sano24_Blog_Beitrag_Absetzphase_Ferkel_Sojaprodukte_Tabelle

Fazit

Das richtige Futter in dieser Phase der Ferkelaufzucht ist daher ausschlaggebend, wie gut die Entwicklung der Ferkel nach der Trennung von den Sauen und der Umstellung von Milch auf Aufzuchtfutter gelingt. Die erfolgreiche Trennung der Ferkel von der Zuchtsau entscheidet bereits in nur wenigen Stunden, wie anfällig Ihre Tiere später für Krankheiten sind, ob die Versorgung mit essentiellen Nährstoffen gelingt und die täglichen Gewichtszuwachsziele erreicht werden.

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