Was ist in der Absetzphase bei Ferkeln zu beachten?

Die Absetzphase ist eine sensible Zeit in der Schweineaufzucht. Futter und Ortswechsel verursachen nicht selten Probleme bei den Ferkeln. Darum ist gerade hier besonders auf Fütterung und Haltung der Tiere zu achten. Lesen Sie, wie Ihre Ferkel gesund, leistungsstark und widerstandsfähig in den neuen Lebensabschnitt starten.

Sobald die Saugferkel am Ende der Säugephase mit 21 bis 28 Tagen ihre Absetzgewichte von ca. 6 bis 8 kg erreichen, werden sie beim Absetzen von der Sau getrennt und in das Flatdeck eingestallt. Dies bedeutet erheblichen Stress für Ihre Ferkel, da sich gleich mehrere Faktoren ändern, wie die Umgebung, die  sozialen Artgenossen, die Futter- und Tränketechnik oder auch das Keimmilieu. Außerdem muss sich das Ferkel komplett auf  feste Nahrung einstellen, denn die Sauenmilch, die seit Geburt die primäre Nahrungsquelle war, steht nun nicht mehr zur Verfügung. In der Absetzphase muss darum eine Überlastung des Verdauungssystems (Durchfall) vermieden werden. Denn nur gesunde Ferkel haben eine gute Futterverwertung und hohe tägliche Zunahmen.

 

Absetzen - Die kritische Phase in der Ferkelaufzucht

Um den Ferkeln diesen ohnehin schon schwierigen Übergang  in der Aufzuchtsphase so einfach wie möglich zu gestalten, empfiehlt es sich, die Ferkel vorab an das neue Futter zu gewöhnen. Dazu bereits drei bis vier Tage vor dem Absetzen die Ferkel im  Abferkelstall mit der Fütterung des neuen Absetzstartes beginnen. Damit der Futterwechsel problemlos funktioniert, muss dieser Absetzstarter dieselben hochverdaulichen Komponenten enthalten wie das zuvor vorgelegte Beifutter (Brei/Prestarter).

In den ersten drei Tagen wird von den Ferkeln wegen der Rangkämpfe und der Erkundung der neuen Umgebung (im Flatdeck) nur wenig gefressen. Dadurch sinkt die Produktion von Magensäure und Enzymen. Infolgedessen steigt der pH-Wert im Magen (Abbildung 1) und die Verdauungskapazität sinkt.

Sano24_Absetzphase_Ferkel_Abbildung_1_PH_Werte_Magen

 

Säurebindungskapazität - Verbeugung gegen Durchfall bei Ferkel 

Ein zu hoher Magen-pH bedeutet, dass die aufgenommenen Futternährstoffe nicht vollständig abgebaut werden können. Somit gelangen sie teilweise unverdaut in den Darm und stehen den dort vorhandenen Bakterien (z. B. E. Coli) als Nahrungsquelle zur Verfügung (Abbildung 2). Dies führt häufig zu lebensbedrohlichen Coli-Erkrankungen wie Durchfall, der Ödemkrankheit oder einem Coli-Toxinschock. Darum ist es unbedingt erforder-  lich, dass Ihre Ferkel gleich nach dem Absetzen hochwertiges  Futter mit einer hohen Verdaulichkeit aufnehmen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass das Absetzfutter gern gefressen wird, hochverdaulich ist und die Darmgesundheit Ihrer Ferkel fördert. Der Absetzstarter muss eine geringe Säurebindungskapazität aufweisen, damit wenig Salzsäure im Magen abgebunden wird. Auf diese Weise wird der pH-Wert im Magen gesenkt und das  Verdauungssystem der Ferkel gefördert. Die dadurch gesteigerte  Nährstoffverdauung beugt lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen vor.

Eine geringe Säurebindungskapazität (< 650 meq/kg) wird einerseits durch die Minimierung des Eiweiß- und Mineralstoffgehaltes im Futter erreicht, da diese Inhaltsstoffe viel Säure binden. Andererseits spielt die Auswahl der mineralischen Komponenten eine wichtige Rolle. Beispielsweise weisen die Calciumquellen, bei denen das Calcium an eine Säure gebunden ist (Calciumbutyrat, Calciumformiat), eine geringere  Säurebindungskapazität auf als Calciumcarbonat.

Zudem muss der Absetzstarter freie organische Säuren enthalten, die den pH-Wert im Futter und im Magen absenken. Das erhöht die Verdaulichkeit des Futters, fördert die Grundfunktionen der Verdauung und beugt damit Verdauungsstörungen vor.

 Sano24_Absetzphase_Ferkel_Abbildung_2_S-urebindungskapazit-t

 

Hochverdauliche Komponenten im Absetzstarter für Ferkel

Der Absetzstarter muss stets aus hochverdaulichen Komponenten ohne schädigende Inhaltsstoffe zusammengesetzt sein. Darum sollten in der Absetzphase nur sehr geringe Mengen Sojaextraktionsschrot eingesetzt werden, da dieser sogenannte antinutritive Inhaltsstoffe (Enzyminhibitoren, Allergene) enthält (s. Tabelle). Diese beinträchtigen die Verdauungsvorgänge und die Gesundheit Ihrer Absetzferkel negativ. Auch das Immun-  system Ihrer Ferkel wird durch diese antinutritiven Inhaltsstoffe beansprucht. Dies sollte zum Zeitpunkt des Absetzens unbedingt verhindert werden, da Ihre Ferkel gerade jetzt am meisten Schutz benötigen. Die aktive Immunität ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig aufgebaut und die Antikörper der Muttermilch (passive Immunität) sind bereits abgebaut.

Das Absetzfutter darf aus diesem Grund hauptsächlich hochwertige Proteinträger wie Milchprodukte, speziell behandeltes Sojaproteinkonzentrat, Kartoffeleiweiß, Proteinhydrolysat aus Darmmukosa, hydrolysierte Blutzellen und hydrolysiertes Blutplasma enthalten. Besonders Proteinhydrolysate sind hochwertige Lieferanten von tierischem Protein und haben deshalb das optimale Aminosäuremuster. Außerdem enthält es biogene  Wirkstoffe, welche das Immunsystem zusätzlich unterstützen. Durch die ausgezeichnete Eiweißqualität und hohe Verdaulichkeit werden Stoffwechsel und Verdauungssystem entlastet sowie die wichtigen Aminosäuren gut verwertet. Damit schonen Sie das Immunsystem Ihrer Ferkel und unterstützen deren Gesundheit und Leistungsbereitschaft. Denn: Die Energie und das  Eiweiß, welches für die Erzeugung von Antikörpern genutzt wird, steht nicht mehr für Wachstum und Leistung zur Verfügung.

 Sano24_Absetzphase_Ferkel_Tabelle_Antinutritive_Faktoren_Sojaprodukte

 
Richtiges Futter für optimale Ferkelentwicklung

Das richtige Futter in dieser Phase der Ferkelaufzucht ist daher  ausschlaggebend, wie gut die Entwicklung der Ferkel nach der Trennung von den Sauen und der Umstellung von Milch auf Aufzuchtfutter gelingt. Die erfolgreiche Trennung der Ferkel von der Zuchtsau entscheidet bereits in nur wenigen Stunden, wie anfällig Ihre Tiere später für Krankheiten sind, ob die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen gelingt und die täglichen Gewichtszuwachsziele erreicht werden. 

 

Für ein optimales Management in der Absetzphase gilt es folgende Kernfragen zu beantworten:

  • Wie gelingt es, nach dem Absetzen Durchfälle und einen Wachstumsknick zu vermeiden?
  • Wie können auch in dieser sensiblen Phase hohe Zunahmen erreicht und die Entwicklung der Ferkel gefördert werden?

 

Absetzphase Ferkel - Was wichtig ist 

  • Der Absetzstarter muss eine geringe Säurebindungskapazität aufweisen, um lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen vorzubeugen.
  • Das Absetzfutter darf nur hochwertige Proteinträger enthalten, wie Milchprodukte, Sojaproteinkonzentrat, Kartoffeleiweiß sowie hydrolysiertes tierisches Eiweiß (Blutzellen und Blutplasma).
  • Spezielle Galacto-Oligosaccharide (GOS) regen das Wachstum der Darmzotten an und fördern das Immunsystem.

 

Sie haben Fragen zur Fütterung von Ferkeln oder wünschen Beratung?

Dann rufen Sie uns gerne an oder schreiben eine E-Mail an beratung@sano.de

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