Trocken-TMR macht's

Kälber ohne „Knick“ – das hat nichts mit Optik oder Exterieur zu tun, sondern ist der Wunsch eines jeden Kuhhalters. Der Übergang von Milch(austauscher) zu Festfutter ist ein bedeutender Moment im Leben eines Rindes. Ein einschneidendes oder gar gesundheitsgefährdendes Erlebnis soll es für das Kalb NICHT werden. Der mittelfränkische Fleckviehbetrieb Walter GbR hat einen sanften Futterwechsel geschafft und erzielt dadurch Top- Leistungen. Wie? Gehen Sie mit uns gemeinsam in den Kälberstall von Familie Walter.

 betriebsspiegel_Walter

Die intensive Kälberaufzucht mit hohen Milchmengen oder ad libitum Tränke ist in der Praxis fest verankert. Der Familienbetrieb Walter im mittelfränkischen Westheim, zwischen Nürnberg und Stuttgart, setzt ebenso auf diese Aufzuchtmethode. Wissenschaftliche Untersuchungen und Praxistests beschäftigen sich aktuell mit der Zeit des Abtränkens und Absetzens. Fazit: Zu schnelles Abtränken von ad libitum oder intensiv auf Null kann Kälber in ein Nährstoffloch fallen lassen. Wird dazu zu „scharfes“ Festfutter gereicht, kommt noch eine Pansenazidose hinzu. Erhalten Kälber in der ganzen Tränkephase nur wenig Milch(austauscher), dann ist das „Großhungern“ sogar durchgehend. 

 

KEIN LOCH – KEIN BAUCHWEH 

Bei den Fleckviehkälbern von Familie Walter gibt es kein Nährstoffloch und auch keine Pansenazidose. Die Jungviehaufzucht läuft nahtlos von der Geburt des Kalbes bis zur ersten Abkalbung der Färse. Schon Senior Friedrich Walter hatte vor über zehn Jahren die intensive und lange Tränke eingeführt und begonnen, Müsli zu füttern. Das ist auch Betriebsleiter Frank Walter und seiner Partnerin Katja Raabe wichtig. Gemeinsam kümmern sie sich um die Kälber und haben vor gut fünf Jahren die Trocken-TMR ergänzt. Ihr Wissen und die Erfahrungen als Sano Fachgebietsleiterin Rind kann Katja hier sehr gut einbringen. 

 

DER TRÄNKEPLAN 

Direkt nach der Geburt bekommt das Kalb 2,5 bis 3,5 Liter Kolostrum und einen Calf fit®-Bolus mit Eisen, Vitamin E und Selen für einen gesunden Start. Anschließend steht so viel Biest¬milch / Übergangsmilch bereit, wie das Jungtier saufen kann. Beginnend mit 6 Liter pro Tag wird die Menge immer weiter ge¬steigert. Ab der zweiten Woche geht es dann mit Sanolac® Sprint weiter. Der Betrieb rührt den angesäuerten Milchaustauscher mit 40,5 Prozent Magermilchpulver im Milchtaxi an. Zielkonzentration: 16 Prozent Trockensubstanz (= 160 g Pulver in einem Liter fertiger Tränke). Die Tränkemenge steigt bis zur 4. Lebenswoche auf circa 14 Liter pro Tag an. Je nachdem, wie viel das Kalb saufen kann. Ab der 8. Woche beginnt das Abtränken. Bei gleichbleibender Konzentration wird die Menge langsam von 14 auf 2 Liter pro Tag reduziert. Ab der 15. Woche gibt es nur noch Festfutter.

 

DAS FESTFUTTER 

Das Festfutter wechseln Katja und Frank ebenso langsam und fließend. „Umstallen und Futterwechsel fallen nie zusammen. So haben die Kälber weniger Stress“, sind beide überzeugt. Von den ersten Lebenstagen an bis zur vierten, fünften Woche gibt es in den Einzeliglus den Meggi® Müsli Kälberstarter. Danach, in der Gruppenhaltung, liegt weiterhin Meggi® Müsli im Trog. Zusätzlich erhalten die Tiere Schritt für Schritt mehr Trocken-TMR und ab der zehnten, elften Woche auch Silage. Die abgesetzten Jungtiere fressen weiterhin Silage und Trocken-TMR. Letztere läuft im fünften, sechsten Monat dann langsam aus. 

 

DIE TROCKEN-TMR 

Neben Getreide enthält die Trocken-TMR mit Körnermais auch „langsame“ Stärke. Mit Grascobs und Trockenschnitzel stehen schmackhafte stärkefreie Komponenten zur Verfügung. Der Stärkegehalt liegt dadurch sogar unter 20 Prozent - bei hoher Proteinversorgung und passender Energiedichte. 30,5 Prozent NDF (34 Prozent in der Trockenmasse) liefern eine gesunde Faserversorgung für das Wiederkauen. „Das und die langsame Reduktion der Tränke über 7 Wochen schaffen einen ,knickfreien´ Übergang zum Festfutter“, fasst Katja zusammen. Frank ergänzt: „Mit hohen Zunahmen und ohne Pansenazidose.“ 

 

WAS BRINGT ES? 

Katja und Frank sind sich einig: Die Kälber haben beim langsamen Abtränken viel Zeit, sich an Festfutter zu gewöhnen. Tag für Tag und Woche für Woche nehmen die Tiere immer größere Mengen davon auf. Das Abtränken geht dadurch leichter. Den oft genannten „Wachstumsknick“ gibt es bei ihren Kälbern nicht. Das zahlt auch auf die Tiergesundheit ein, freut sich Katja: „Wenn ein Kalb mal Durchfall bekommt, dann ist es fast immer ein milder Verlauf und klingt schneller wieder ab. Wir geben bei Bedarf auch den Calf digest®-Bolus mit Natriumbicarbonat und Probiotika ein.“ Die Kälber danken die intensive Aufzucht mit hohen Zunahmen. Männliche Kälber erreichen schnell das Verkaufsgewicht für den Markt. Weibliche Kälber entwickeln sich zu gesunden Färsen mit hoher Milchleistung schon ab der ersten Laktation.

 

zurück
Passende Artikel
Calf digest® Produktbild - Bolus für Durchfallkälber mit Puffer und Milchsäurebakterien | Sano Veterinär Calf digest®
Inhalt 25 Stück
Bruttopreis: 23,54 €
Calf fit® Produktbild - Bolus für neugeborene Kälber mit Eisen, Vitamin E und Selen | Sano Veterinär Calf fit®
Inhalt 10 Stück
Bruttopreis: 12,84 €
Meggi Müsli® Sackbild - Kälberstarter für beste Pansenentwicklung | Sano Meggi Müsli®
Inhalt 25 Kilogramm
Bruttopreis: 0,93 €
Meggi® 10 Forte Sackbild - Konzentrat für hofeigene Kälberstarter und Trocken-TMR | Sano Meggi® 10 Forte
Inhalt 25 Kilogramm
Bruttopreis: 1,19 €