Saugferkelbeifütterung – Schöpfen Sie das genetische Leistungspotenzial ihrer Ferkel aus?

ie Sauengenetiken haben sich zu immer größeren Würfen entwickelt, allerdings ist die Milchleistung der Sauen nicht im gleichen Maße angestiegen. Eine wichtige Rolle spielt deshalb die Beifütterung der Saugferkel, um das Wachstum zu fördern, Verluste zu verhindern und die Wirtschaftlichkeit zu steigern. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ihre Ferkel unterstützen können, ihr genetisches Potenzial auszuschöpfen.

Die Herausforderung bei großen Würfen ist es, dass jedes Ferkel Zugang zu einer funktionierenden Zitze hat. Die Milchleistung der Sau ist dabei ebenso von Bedeutung, um Verluste zu minimieren und das Wachstum der Ferkel sicherzustellen. Im Hinblick auf das Absetzen ist das enzymatische Training wichtig, um einen schonenden Übergang auf die stärkereiche Nahrung im Flatdeck zu gewährleisten. 

 

3 Faktoren um das genetische Leistungspotenzial von Ferkeln auszuschöpfen

1. Energetische Versorgung

Eine Untersuchung von Odle und Harrel (1998) hat gezeigt, dass sich durch eine ad libitum Beifütterung von Ferkeln mit Flüssignahrung vom 1. bis zum 23. Lebenstag, höhere Lebendgewichte ergeben als bei Ferkeln, die an der Sau keine Beifütterung erhalten haben. Diese Entwicklung zieht sich über die gesamte Lebensphase hinweg und resultiert in einer Verkürzung der Mastphase. Erklärt werden kann dies unter anderem durch eine höhere Energieaufnahme in den ersten Lebenstagen der Ferkel durch die Beifütterung.

 

2. Funktionale Inhaltsstoffe im Kolostrum

Wichtig ist eine ausreichende Kolostrumaufnahme zum richtigen Zeitpunkt. In den ersten Stunden nach der Abferkelung ist die Konzentration an Immunglobulinen und Relaxin im Kolostrum hoch. Die Immunglobuline dienen der passiven Immunisierung. Das Relaxin ist ein funktioneller Inhaltsstoff der Sauenmilch. Dieser wirkt sich vor allem bei weiblichen Ferkeln positiv auf die Zellteilung und das Wachstum des Geschlechtstraktes aus, was langfristig positive Effekte nach sich zieht (mehr Uterus > höhere Wurfgewichte). 

 

3. Stressfreies Absetzen

Innerhalb der ersten 28 Tage reift der Verdauungstrakt. Die Durchlässigkeit des Darmepithels nimmt im Zeitverlauf ab. Es entwickelt sich die Schutzfunktion/Barrierewirkung des Darms. Der Verdauungstrakt bildet die größte Interaktionsfläche des Ferkels mit der Umwelt. Eine langsame und stressfreie Reifung des Verdauungstraktes, wird durch schonendes Absetzen ermöglicht. So entwickelt sich eine stärkere Barrierefunktion und es wird mehr Oberfläche für Verdauung und Absorption gebildet. Darüber hinaus wird die eigene Enzymproduktion angeregt, wodurch die Nährstoffe besser verdaut werden können.

 

Wachstumspotenzial bei Saugferkel

Das Wachstumspotenzial der Ferkel in den ersten Lebensmonaten ist beeindruckend. Wie in Abbildung 1 ersichtlich ist im ersten Lebensmonat eine Lebendgewichtzunahme von fast 400 Prozent möglich. Im zweiten Aufzuchtmonat sind immer noch bis zu 200 Prozent erreichbar. Eine Verdoppelung des Körpergewichts ist im dritten Lebensmonat realisierbar. Die geringsten Kosten pro Kilogramm Lebendzuwachs ergeben sich beim jungen Tier in den ersten Lebensmonaten.

 

Ferkelbrei, Prestarter und Produkte zur Beifütterung: Saugferkelbeifütterung im Praxistest

In einem Versuch von Schönleben et al. (2020) mit 21 Sauen und 254 Saugferkeln (ca. 12 Ferkel / Sau) wurden drei verschiedene Konzepte der Saugferkelbeifütterung verglichen. Eine Übersicht über die Fütterung der Versuchsgruppen bietet Abbildung 2. Die erste Gruppe erhielt einen mehligen Prestarter (Bonni M Forte), die zweite Gruppe einen Ferkelbrei (SanAmmat Puddino) und die dritte Gruppe zusätzlich zum mehligen Prestarter rund ums Absetzen (4 Tage vor bis 4 Tage nach dem Absetzen) ein Gelprodukt. Die trockene und breiige Beifütterung wurden ab dem 20. Tag jeweils verschnitten mit dem Absetzstarter angeboten. Ab dem 4. Tag nach dem Absetzen sind alle drei Gruppen gleich gefüttert worden. 

Sano24_Blog_Beitrag_Relative_Zunahmen_Saugferkelbeif-tterung

 Abbildung 1: Relative Zunahmen und Investment pro kg Zunahme (überarbeitet nach Kertz et al. 1998)

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Abbildung 2: Fütterung der Versuchsgruppen (Schönleben et al. 2020)

 

Die Ferkel der Breivariante konnten bei der Entwicklung des Lebendgewichts bereits in der 3. und 4. Lebenswoche numerische Vorteile aufweisen. In der 5. und 10. Lebenswoche ergaben sich signifikant höhere Lebendgewichte für jene Ferkel, die mit dem Ferkelbrei gefüttert wurden. Grafisch dargestellt sind diese Ergebnisse in Abbildung 3.

Für die Ferkelbreivariante ergaben sich sowohl in der Säugephase als auch im Flatdeck signifikant höhere Tageszunahmen als bei den anderen beiden Varianten. 

Darüber hinaus konnten bei der Breivariante alle Ferkel gleichzeitig vermarktet werden, wohingegen bei den anderen Varianten einige Ferkel eine Woche länger im Flatdeck verblieben sind. Durch die höheren Gewichte der Ferkel bei der Ferkelbreivariante, konnte auch ein höheres Einkommen pro Ferkel realisiert werden.

Sano24_Blog_Beitrag_10_Wochen_Gewichtszunahme_Saugferkelbeif-tterung

 Abbildung 3: Tageszunahmen und Entwicklung des Lebendgewichts (Schönleben et al. 2020)

 

Fazit

Das Leistungspotenzial von Ferkeln ist in den ersten Lebensmonaten am höchsten und die Kosten pro Kilogramm Lebendgewichtzuwachs sind in dieser Zeit am geringsten. Im vorgestellten Versuch konnten durch die Zufütterung von SanAmmat Puddino (Ferkelbrei) überzeugende Leistungssteigerungen festgestellt werden. Das Ausschöpfen des genetischen Wachstumspotentials und homogenere Ferkelpartien erleichtern die Vermarktung. Eine frühe Prägung resultiert in langfristig positiven Effekten auf die gesamten Lebens- und Leistungsphasen. 

 

Quelle: Webinar „Saugferkelbeifütterung: Schöpfen Sie das genetische Leistungspotenzial ihrer Ferkel aus“, Manfred Schönleben , sehen Sie sich hier das Video dazu an > 

 

Für weitere Fragen zur Saugferkelbeifütterung kontaktieren Sie Ihren Sano Fachberater oder melden Sie sich unter beratung@sano.de.

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