Protein in der Rinderfütterung

Durch CNCPS Eiweißfuttermittel besser verstehen und einsparen

Eiweiß ist für die Milchkuh eine bedeutende Nährstoff-Fraktion, die sie täglich für die verschiedenen Funktionen Erhaltung, Wachstum, Reproduktion und Milchleistung benötigt. Dabei zeichnet die Milchkuh als Wiederkäuer insbesondere aus, dass sie neben den nicht essentiellen Aminosäuren auch essentielle Aminosäuren über die Pansenmikroben herstellen kann. Dennoch kann auf die Zufuhr von Protein über das Futter  nicht verzichtet werden, da ansonsten die Leistung der Tiere stark limitiert wird.

 

1. Was ist Protein?

 

Proteine, allgemein auch als Eiweiße bekannt, bestehen aus mehreren miteinander verbundenen Aminosäuren. Aminosäuren enthalten neben Kohlenstoff und Wasserstoff auch Stickstoff. Dieser Stickstoff ist essentiell für bestimmte Stoffwechselprozesse der Pansenmikroben oder auch der Kuh selbst. Die Aufnahme von Proteinen hat also einen großen Einfluss auf die Kuh und ist absolut notwendig.

 

2. Was passiert mit dem Protein im Pansen?

 

Für die Mikroorganismen im Pansen ist das mit dem Futter aufgenommene Futterprotein eine der wichtigsten Stickstoffquellen für den Stoffwechsel. Das aufgenommene Futterprotein wird durch spezielle Bakterien zu den einzelnen Aminosäuren und Ammoniak abgebaut. Die Pansenmikroben nutzen den Großteil des Stickstoffs zur Bildung von Aminosäuren, um daraus Mikrobenprotein aufzubauen. Insgesamt gibt es im Pansen einer Milchkuh rund 200 verschiedene Mikroorganismenarten, die die Abbauprodukte des Futterproteins in unterschiedlicher Weise nutzen. Die Verdaulichkeit des Futters hat daher auch Auswirkungen auf die Verwertung von Protein im Pansen.

 

3. Welche Aminosäuren sind essentiell?

 

Essentielle Aminosäure bedeutet, dass der Körper die Aminosäure nicht selbst herstellen kann und sie darum mit dem Futter zugefüttert werden müssen. Den Pansenmikroben wäre es im Grunde möglich, alle nicht essentiellen und essentiellen Aminosäuren herzustellen. Der hohe Bedarf an Aminsosäuren erlaubt es allerdings nicht auf den Zusatz von Futterprotein aus Grundfutter und Kraftfutter zu verzichten. Die Pansenmikroben allein könnten diesen nicht decken. Das sollte immer berücksichtigt und in die Rationsplanung aufgenommen werden. Denn es beeinflusst die Gesundheit entscheidend und die Leistung der Tiere wäre ebenfalls stark limitiert. Das ist problematisch und vermeidbar.

 

4. Was beeinflusst die Proteinverdauung im Pansen?

 

Für eine optimale Nutzung des Futterporteins muss der Pansen möglichst rund laufen. Dafür muss eine Ration fortlaufend „pansensynchron“ sein. Das bedeutet, dass die im Pansen bereitgestellten Mengen von Energie und Stickstoff genau aufeinander abgestimmt sein müssen. Steigt die Energieversorgung im Pansen, steigt die Proteinproduktion der Pansenmikroben. Neben Energie und Stickstoff ist auch eine ausreichende Mineralstoffversorgung u. a. mit Schwefel und Phosphor wichtig, damit die Pansenmikroben optimal arbeiten und dadurch zunehmend Mikrobenprotein produziert wird.

 

5. Futterprotein am Dünndarm

 

Für Milchkühe ist die Herstellung von Protein im Pansen von großer Bedeutung, dennoch ist die verfügbare Menge an Protein im Dünndarm eine entscheidende Größe. Diese Angabe setzt sich aus dem Mikrobenprotein und dem im Pansen nicht abgebauten Futterprotein (UDP) zusammen. Erfahrungen aus der Praxis zeigen im Vergleich, dass mit steigender Leistung die Menge an Mikrobenprotein den Bedarf nicht deckt. Deshalb ist die Proteinlieferung über das nicht abgebaute Futterprotein (UDP) umso wichtiger, je höher die Leistung des Tieres ist.

 

6. Wie kann ich Futterprotein einsparen?

 

Eiweißfuttermittel zählen in der Rationsgestaltung zu den teuersten Rationskomponenten. Die Menge der Komponente bei der Zufütterung macht große preisliche Unterschiede aus. Des Weiteren wird über die Eiweißzufuhr mit der Futterration die Höhe der N-Ausscheidungen beeinflusst. Die Weender-Analyse zeigt wie gut die enthaltenen Eiweißbestandteile im Pansen löslich sind und wie hoch ihr UDP-Anteil ist. Die Futteranalyse nach CNCPS-Modell schaut noch tiefer in die Proteinfraktionen der Futtermittel . Diese Methodik analysiert zusätzlich die Zusammensetzung der enthaltenen Aminosäuren. So können Eiweißfuttermittel noch gezielter in Futterrationen eingesetzt, sogar eingespart werden. Denn: das ideale Aminosäuremuster wird bei der Rationsberechnung  durch die Wahl der Futtermittel gezielt beeinflusst und so die Leistung maximiert ohne dass der Einsatz der Eiweißfuttermittel in der Ration erhöht werden muss. So wird der Wert des Aminosäurebedarfs in den Rationen der Kühe optimal gedeckt und Rohprotein wird entscheidend eingespart, da kein Sicherheitszuschlag nötig ist. Folglich werden nach der Nutzung  der Futteranalyse und Umsetzung der Fütterungsempfehlung schon zu Beginn schnell überflüssige Stickstoffausscheidungen verringert. 

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Voraussetzung hierfür ist die Analyser des Futters nach CNCPS und speziell auf Aminosäuren. Hierfür gibt es speziell vom Sano Labor passende Analysen. Informieren Sie sich hier über das umfangreiche Laborangebot oder kontaktieren Sie uns unter beratung@sano.de 

 

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