Je trockener, desto kürzer! Die richtige Häcksellänge für meine Maissilage

Maissilage bildet in vielen Regionen einen großen Teil der Rationen für Milchvieh oder Mastbullen. Bei der Ernte entscheidet sich dabei die Qualität für das gesamte nächste Jahr. Ganz entscheidend für Silier- und Fütterungserfolg ist neben der korrekten Sortenwahl, dem richtigen Erntezeitpunkt und der optimalen Verdichtung auch die richtige und Häcksellänge und Kornzerkleinerung. Diese hat maßgeblichen Einfluss auf die Verdichtung, als auch auf die Verdaulichkeit und Futteraufnahme der Tiere.  

Häcksellänge: In der Kürze liegt die Würze 

Die optimale Einstellung liegt dabei zwischen 5 und 10 mm theoretischer Häcksellänge. Generell gilt: je trockener das Erntegut, desto kürzer sollte gehäckselt werden. Gerade in Dürrejahren sollte also genau hingeschaut werden, wie die Trockensubstanz (TS) des Ernteguts ausfällt und die Häcksellänge lieber etwas kürzer als zu lang eingestellt werden. Die Häcksellänge auf die TS abzustimmen hat einen einfachen Grund – die Verdichtung. Zu lang und eher trocken gehäckselte Maissilagen zeigen häufig eine schlechtere Verdichtung. Dadurch kann nach der Öffnung des Silos leichter Sauerstoff in den Silostock eindringen und im Siliergut enthaltene Hefen können sich vermehren, verbrauchen wertvolle Nährstoffe und sorgen für die Wärmebildung. Daher empfehlen wir stets lieber etwas zu kurz als zu lang häckseln. Die Verdichtung ist einfacher, die Silierung sicherer und die Ration wird schmackhafter. Angst vor zu wenig Faserwirkung der kurzgehäckselten Silage brauchen Sie dabei keine haben. Partikel bis zu 4 mm Länge gelten noch als Faserwirksam. Außerdem liefern auch andere Futterkomponenten wie Grassilage oder Stroh weitere Faserquellen. Bei der Maissilage ist vor allem wichtig, dass die Tiere so viel Energie wie möglich aus Körnern und Restpflanze nutzen können. 

Nacherwärmung von Vornherein vermeiden 

Nacherwärmung ist in Maissilagen ein häufiges Problem. Neben einer schlechten Verdichtung spielt noch ein anderer Faktor eine Rolle. Der natürliche Besatz an Hefen und Milchsäurebakterien. Gerade in trockenen und heißen Jahren ist der natürliche Besatz an Milchsäurebakterien sehr gering, der Besatz an Hefen jedoch erhöht. Die wenigen Milchsäurebakterien können nicht ausreichend Milchsäure produzieren, um den pH-Wert der Silage langfristig zu senken. Darum können sich die Hefen nach der Öffnung mit Hilfe des in den Silostock eindringenden Sauerstoffs leichter vermehren. Der Erhöhte Besatz beschleunigt diesen Prozess zusätzlich. Darum ist gerade in diesem Fall der Einsatz eines geeigneten Siliermittels wie Labacsil®Stabil oder Labacsil®Duo unbedingt zu empfehlen.  

Kornzerkleinerung: Je kleiner, desto besser 

Auch die Maiskörner müssen ausreichend zerkleinert sein. Jedes Korn sollte mindestens geviertelt, oder noch kleiner aufbereitet werden. Das liegt daran, dass die Hülle des Maiskorns nahezu unverdaulich ist und die im Korn enthaltene Stärke vor einer Verdauung schützt. Die Zerkleinerung dient also dem Aufschluss der Stärke aus dem Korn. Zusätzlich erhöht sich auch die Stärkeverdaulichkeit während der Silierung. Bei der Kornzerkleinerung gilt also: Je kleiner, desto besser.  

 Regelmäßige Kontrolle 

Sowohl Häcksellänge als auch Kornzerkleinerung sollten am Tag der Ernte regelmäßig kontrolliert werden. Damit kann sichergestellt werden, dass die Einstellungen von Kornaufbereiter und Häcksellänge wirklich zum Erntegut passen. Trockensubstanzgehalte können von Schlag zu Schlag stark variieren und auch Körner können je nach Umweltbedingungen andere Härtegrade aufweisen wodurch eine regelmäßige Anpassung von theoretischer Häcksellänge und Kornaufbereitung notwendig sein kann.  

Schüttelbox 

Für eine Überprüfung der Häcksellänge ist die Schüttelbox am besten geeignet. Sie zeigt eindeutig und unverfälscht wie lang die gehäckselten Partikel sind. Nehmen Sie von jedem Schlag mindestens eine Probe, um die Häckselqualität zu überprüfen. Je nach Trockensubstanz sollten die Anteile der verschiedenen Längen in folgendem Bereich liegen: 


Wassertest 

Die Kornzerkleinerung kann mittels des Wassertests sichtbar gemacht werden. Einfach eine große Handvoll Maissilage in einen 10 Liter Eimer mit Wasser geben. Das Erntegut ein paar Mal mit den Händen im Wasser umrühren und anschließend das oben schwimmende Material entfernen. Die schweren Maiskörner setzten sich am Boden ab.  Entweder das Wasser vorsichtig abgießen oder durch ein Sieb geben. Die Körner bleiben übrig und können optimal begutachtet und die Einstellung des Korn-Crackers gegebenenfalls korrigiert werde. 

 

Gerne beraten wir Sie ganzheitlich bei der optimalen Nutzung Ihres Silomais von der Ernte bis zur Fütterung. Sie haben noch Fragen zur Maisernte, Häcksellänge oder Kornzerkleinerung? Fragen Sie Ihren Sano Fachberater oder melden Sie sich direkt bei uns über das Kontaktformular am rechten Bildschirmrand. 

 

 

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