Hitze bei Kühen vermeiden

Die extremen Hitze Tage in den Sommermonaten lassen nicht nur uns Landwirte schwitzen, sondern auch unsere Kühe im Stall. Dabei reagieren Kühe jedoch deutlich empfindlicher auf erhöhte Temperaturen als der Mensch. Für die Kuh können schon Temperaturen um 20°C zu Hitzestress führen, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist.

Wie schwitzen Kühe?

Wird der Stress durch Hitze für die Milchkühe nicht reduziert können folgende Konsequenzen auftreten:

  • Abfall der Milchinhaltsstoffe
  • Abfall Milchmenge und Fruchtbarkeit
  • Hohe Zellzahlen, bis hin zu Mastitis

Bei enormen Hitzestress reagieren die Tiere teils mit deutlich sichtbaren Symptomen wie vermehrtem Speichelfluss und Atmen mit offenem Maul. Es gibt jedoch auch zahlreiche Symptome, die nicht gleich auf den ersten Blick zu sehen sind. Bei Hitzestress vermindern die Tiere die tägliche Futteraufnahme um 10 - 20%, wenn die Temperaturen deutlich ansteigen. Außerdem verändert sich die Verteilung des Blutes im Körper, da vor allem die Haut durchblutet wird. Innere Organe wie der Verdauungstrakt und die Geschlechtsorgane werden nur noch vermindert mit Blut versorgt.

Nach St-Pierre et al (2003) kann starker Hitzestress zu bis zu 400 € Verlusten pro Kuh führen. 80% der Verluste sind zurückzuführen auf ausbleibende Milchleistung und 20% auf Gesundheitsprobleme, wie Fruchtbarkeit und Immunsystem.

Bei hohen Temperaturen schwitzen Kühe und die Stärke der Brunst wird oft vermindert. Außerdem erhöht sich die rektale Temperatur, wenn Kühe schwitzen, dadurch reduzieren sich die Trächtigkeitsrate und auch die Überlebensrate der Embryonen im Frühstadium.

Auch für trockenstehende Tiere ist Hitzestress problematisch. Die Geburtsgewichte der Kälber sind oftmals geringer, bei den abkalbenden Kühen stellen sich oftmals Stoffwechselprobleme nach der Kalbung ein. Verminderte Milchleistungen in der neuen Laktation sind keine Seltenheit in Folge von Hitze bei Kühen.

 

Was können Sie tun, um den Hitzestress für die Kühe so gering wie möglich zu halten, damit sie nicht schwitzen?

 

1. MANAGEMENT

Ausreichende Wasserversorgung

Hitze bei Kühen: Kühles, sauberes Wasser sollte für alle Kühe im Stall zu jeder Zeit frei zugänglich sein. In den warmen Sommermonaten haben die Milchkühe einen Wasserbedarf von bis zu 180 l pro Tag. Außerdem muss auf ausreichend Wasserzulauf geachtet werden. Wenn Kühe schwitzen, müssen sie schnell große Mengen Wasser auf einmal aufnehmen.

 

Lüftung

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten die Temperaturbedingungen im Stall zu steuern: Gebäudeausrichtung quer zur Hauptwindrichtung, Courtains zum Öffnen, Einbauten, die den Luftstrom hindern/ vermeiden, helle isolierte Dachflächen, Ventilatoren, Kuhduschen.

 

Häufigeres Futternachschieben

Wir empfehlen die Hauptfuttervorlage auf die kühlen Tageszeiten, bevorzugt abends, zu legen, um die Futteraufnahme hoch zu halten. Hitze bei Kühen: Fördernd ist auch vermehrtes Futternachschieben.

 

Nacherwärmung der Futterration vorbeugen

Ihre Milchkühe fressen ungern warme Mahlzeiten. Beugen Sie deshalb einer Nacherwärmung Ihrer Futterration vor. Wir empfehlen den Einsatz von Sano Acid Protect TMR®, einem stabilisierenden Ergänzungsfuttermittel.

 

 2. FÜTTERUNG

 

Kraftfutterzusammensetzung optimieren

Im Sommer und bei Hitze bei Kühen sollte besonderes Augenmerk auf die Zusammensetzung der einzelnen Kraftfutterkomponenten gelegt werden. Hohe Getreideanteile begünstigen den Abfall des Milchfettgehaltes. Durch Einsatz von Körnermais und Trockenschnitzel wird dem Absinken des Pansen – pH-Werts entgegengewirkt. Der Milchfettgehalt wird stabilisiert.

 

Grundfutterqualitäten beachten

Milchkühe haben bei Hitzestress eine verringerte Energieeffizienz auf Grund eines erhöhten Erhaltungsbedarfs. Die CNCPS- Rationsberechnung zeigt: Eine Milchkuh mit 36 kg Tagesgemelk hat bei einer Umgebungstemperatur von 32 °C einen um 22 % höheren Energiebedarf als bei einer Temperatur von 16 °C. Rohfaser in den Rationen erhöht die Wärmeproduktion und senkt somit die Energieeffizienz. Deshalb ist es vor allem in den Sommermonaten wichtig eine hohe Verdaulichkeit des Grundfutters sicherzustellen. So kann die Kuh das Futter schneller mit weniger Energieaufwand verstoffwechseln. Grundfutter mit einer hohen NDF-Verdaulichkeit senkt die Wärmebelastung der Milchkuh und stellt ausreichende Mengen an flüchtigen Fettsäuren (FFS) zur Bildung von Milch und Milchinhaltsstoffen bereit.

 

Optimierung der Futterration durch den Einsatz von Hefen

Hitze bei Kühen: Um die Futteraufnahme und Verdauung zu fördern empfiehlt sich der Einsatz von Lebendhefen. Lebendhefen verbrauchen schädlichen Sauerstoff im Pansen und unterstützen die faserabbauenden Pansenmikroben. Dadurch wird die Futterverwertung und Futteraufnahme gesteigert. Wir empfehlen hierbei den Einsatz von Sano Kristall-Hefe®. Oder wählen sie die bequeme Komplettlösung der Sano Mipro®-Linie.

 

Erhöhung der Mineralstoffversorgung

Bedingt durch eine herabgesetzte Futteraufnahme und einem erhöhten Ausscheiden an Mineralstoffen über Harn und Schwitzen, empfehlen wir in den Sommermonaten die Mineralstoffversorgung zu erhöhen. Es sollte eine 120%ige Bedarfsdeckung angestrebt werden. Das wirkt sich positiv auf den Elektrolythaushalt aus.

 

Intensive Betrachtung des DCAB-Wertes

Wissenschaftliche Studien beweisen: der DCAD bzw. DCAB-Wert hat wesentlichen Einfluss auf die Futteraufnahme, Milchleistung und Milchfettgehalte. Außerdem ist ein positiver Effekt auf die NDFVerdaulichkeit zu beobachten. Bei laktierenden Kühen sollte ein DCAD-Wert von 300 mEq/kg angestrebt werden. Die Rationsberechnung nach CNCPS berücksichtigt den DCAD-Wert der eingesetzten Futtermittel. So kann gezielt auf einen optimalen DCAD eingegangen werden.

 

Energetische Rationsaufwertung über pansengeschützte Fette

Die Höhe der Futteraufnahme ist in den warmen Jahreszeiten meistens der begrenzende Faktor. Durch den Einsatz von pansengeschützten Fetten in der Ration wird der Energiegehalt der Futterration erhöht ohne die Aufnahmekapazität der Tiere zu belasten. DairyFat® C16 enthält Palmitinsäure. Diese Fettsäure hat einen primären Effekt auf den Fettgehalt in der Milch. So kann der Milchfettgehalt auch im Sommer hoch gehalten werden. Neben der energetischen Aufwertung der Futterrationen, spielt auch die Entlastung der Leber eine wesentliche Rolle. Die Produkte DextroFat Protect® und DextroFat® Raps bieten mit dem Gehalt an pansengeschützten Fetten plus pansengeschütztem Zucker ein wirkungsstarkes Doppelgespann.

 

Sie haben weitere Fragen dazu wie schwitzen Kühe? Oder möchten Sie mehr erfahren, wie man Hitze bei Kühen zu vermeiden kann dann kontaktieren Sie Ihren Sano Fachberater oder melden Sie sich unter beratung@sano.de.

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