Grassilage - Gemäht, verdichtet, abgedeckt. Was nun?

Wenn das Silo auf Höchstleistung arbeitet

Die Wiesen sind gemäht und die Silos abgedeckt. Jetzt heißt es Geduld bewahren, damit von dem aufwendig einsilierten Gras mengenmäßig als auch qualitativ so viel wie möglich erhalten bleibt. Die Mikroorganismen im Silo arbeiten jetzt auf Höchstleistung. Dabei konkurrieren die erwünschten Milchsäurebakterien in der Silage mit Schadbakterien und Pilzen um Nahrungsquellen. Eine schmackhafte und langfristig stabile Silage braucht daher Zeit. Doch was passiert überhaupt genau mit der Silage im Silo und welche Auswirkungen hat das am Ende auf das Grundfutter?

 

Silo: Silage ist verdichtet und abgedeckt

Direkt nach dem Verdichten und Abdecken befindet sich noch Restsauerstoff im Silo. Dieser wird nun durch die natürlich vorhandenen Bakterien und Pilze veratmet. Diese Bakterien, die sich unter Sauerstoff vermehren, sind unerwünscht, da sie dabei Wärme produzieren und Nährstoffverluste verantworten. Sobald der Sauerstoff jedoch durch sie restlos veratmet wurde, sterben sie ab und der erwünschte Silierprozess kann starten. Je schneller das der Fall ist, desto besser. Darum sind eine gute Verdichtung und sofortiges luftdichtes Abdecken so wichtig.

 

Der Silierprozess im Silo beginnt …

Wenn sich kein Restsauerstoff mehr im Silo befindet beginnt die Hauptgärphase. Mit dem Silierprozess beginnt das Pflanzenmaterial sich zu verändern. Dadurch werden Zellinhaltsstoffe für die Mikroorganismen auf dem Siliergut verfügbar. Doch neben den erwünschten Milchsäurebakterien beginnen auch Schadbakterien und Schimmelpilze zu arbeiten. Clostridien, Listerien und auch Hefen können sich ebenfalls ohne Sauerstoff vermehren. Erst eine effektive Ansäuerung der Silage verhindert die Aktivität der Schadorganismen und führt zu einer erfolgreichen Silierung.

 

 Was wir sehen: Die Gärgashaube des Grundfutters im Silo

Optisch zeigt sich die Veränderung des Pflanzenmaterials durch die Bildung einer Gärgashaube. Diese auf keinen Fall anstechen! Neben dem CO2 können sich giftige Nitrose Gase gebildet haben welche für Mensch und Tier tödlich enden können. Im Silo haben die Nitrosen Gase hingegen eine positive Nebenwirkung, da sie die Entwicklung der Clostridien hemmen. Durch ein Anstechen würde außerdem wieder Sauerstoff in das Silo eindringen und den Silierprozess des Grundfutters unterbrechen. Freuen Sie sich also über die Gärgashaube, denn sie zeigt, dass der Sauerstoff veratmet wurde und dass die Abdeckung tatsächlich luftdicht und ohne Beschädigungen ist. Gemeinsam mit der Gärgashaube verschwinden nach fünf bis sieben Tagen nach auch die Nitrosen Gase. Kontrollieren Sie nach dem Rückgang den Sitz der Folie und bringen Sie sie gegebenenfalls wieder in Position.

 

Was wir nicht sehen: Die Konservierung des Grundfutters im Silo

Während der Hauptgärphase arbeitet es im Silo auf Höchstleistung. Die Milchsäurebakterien konkurrieren mit den zahlenmäßig überlegenen Schadorganismen wie Clostridien, Listerien und Hefen. Für eine erfolgreiche Silierung müssen diese durch die Milchsäurebakterien möglichst schnell verdrängt werden. Durch das Gärprodukt Milchsäure wird der pH der Silage nach und nach gesenkt, wodurch die Schadbakterien, Hefen und Schimmelpilze im Wachstum gehemmt und so dauerhaft unterdrückt werden. Je mehr und je schneller diese Milchsäure gebildet wird, desto weniger können sich Schadorganismen vermehren und umso weniger Nährstoffe gehen durch sie verloren. Einige Milchsäurebakterien produzieren zeitversetzt neben Milchsäure auch Essigsäure. Diese sorgt dafür, dass der pH-Wert der Silage auch langfristig unten gehalten wird. Dadurch wird die Silage noch stabiler, auch nach der Öffnung.

 

Wann darf das Silo geöffnet werden?

Erst wenn diese Hauptgärung erfolgreich abgeschlossen ist, darf das Silo geöffnet und das Futter / die Silage an die Tiere verfüttert werden. Eine verfrühte Öffnung, wenn die Silage noch nicht ausreichend „durchsiliert“ ist, führt zu Stabilitätsproblemen, Verderb und somit zu weiteren, vermeidbaren Verlusten. Wurde ein Siliermittel mit homofermentativen Milchsäurebakterien eingesetzt, kann davon ausgegangen werden, dass das Silo bereits nach der Mindestdauer von 6 Wochen erfolgreich durchsiliert ist.

Wurde ein Siliermittel mit heterofermentativen Bakterien eingesetzt, welche zeitversetzt neben Milchsäure noch Essigsäure produzieren, muss das Silo mindestens acht Wochen geschlossen bleiben. Nur so können sie ihre Wirkung komplett entfalten.

 

Silage füttern: Nach der Öffnung des Silos

Das Silo ist erfolgreich durchsiliert und die Silage soll nun an die Rinder verfüttert werden. Viel Arbeit und auch Zeit steckt nun in dem Futter. Darum sollte es jetzt auch so effektiv und sinnvoll wie möglich eingesetzt werden. Eine Laboranalyse ist dabei der erste Schritt. Mit ihr zeigt sich der Inhalt des Silos schwarz auf weiß. Eine Futtermitteluntersuchung nach CNCPS zeigt dabei neben den Standardwerten wie Trockenmasse, Zuckergehalt, Rohprotein und den Faserfraktionen auch noch die Verdaulichkeiten der Faser und das Gärsäuremuster. Diese Parameter spielen eine wichtige Rolle bei der Frage wie die Silage eingesetzt werden soll um leistungsstark und wirtschaftlich zu sein. Gemeinsam mit Ihrem Sano Fütterungsberater und der Rationsberechnung nach CNCPS wird die Ration direkt auf Ihren Betrieb zugeschnitten. Damit holen sie immer das Meiste aus Ihrem Futter.

 

Sie haben noch Fragen zum Silierprozess oder wollen mehr über die Analyse und Rationsberechnung nach CNCPS erfahren?

Kontaktieren Sie uns unter 08744 5754 000 oder unter beratung@sano.de.

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