Feuchtmais - Eine Alternative zur Trocknung?

Die Erntezeit hat begonnen und damit sind auch die Maispflanzen bald druschreif. Körnermais ist ein wertvolles Futtermittel in der Fütterung von Milchkühen, Trockenstehern, Jungvieh und Mastbullen. Energiereich, schmackhaft und pansenfreundlich – Eigenschaften, welche wir in der modernen Rationsgestaltung sehr schätzen. Um die Qualität des hofeigenen Futtermittels zu sichern, kann der Körnermais sowohl trocken als auch nass in Form von Feuchtmais konserviert werden. Was das genau bedeutet und wo fütterungsphysiologische Unterschiede liegen, erklären wir in diesem Blogartikel. 

Körnermais, Feuchtmais – was bedeutet das? 

Als Körnermais wird das Ernteprodukt bezeichnet, welches durch das Dreschen der Maispflanze gewonnen wird. Bei der Ernte haben die Maiskörner in etwa eine Trockensubstanz von 65 – 75 %. Für eine langfristige Lagerung ist das zu feucht. Will man Körnermais trocken lagern, sollte die Trockensubstanz mindestens 84 % besser 88 % oder mehr betragen. Dafür muss das Erntegut entsprechend getrocknet werden. Anschließend werden die Körner geschrotet oder vermahlen um als Futtermittel genutzt werden zu können.  

Beim Feuchtmais handelt es sich um das gleiche Ausgangsmaterial wie bei Körnermais. Anstatt jedoch die Körner nach dem Drusch zu trocknen, wird das Erntegut feucht konserviert. Dafür werden die noch feuchten Maiskörner vermahlen und mit dem passenden Konservierungsmittel behandelt. Anschließend wird der Feuchtmais in einen Siloschlauch gepresst, alternativ einfach ins Silo siliert. Das sorgt für eine optimale Verdichtung, Luftabschluss und damit für eine sichere Konservierung. Diese Art der Konservierung kann eine kostengünstigere Alternative zur Trocknung sein, z.B. wenn dieser Aufgrund der Witterung feuchter geerntet wird. Aber auch hinsichtlich der aktuellen Entwicklung von Energiepreisen, lohnt sich die Überlegung einer feuchten Konservierung. Generell kann der Mais dadurch auch etwas früher geerntet werden, wodurch die Felder schneller freigeräumt sind.  

Einsatz in der Fütterung 

Körnermais stellt aufgrund seiner hohen Schmackhaftigkeit sowie dem hohen Stärkegehalt ein beliebtes Energiefuttermittel in der Nutztierhaltung dar. In der Rinderfütterung punktet er, aufgrund eines hohen Anteils an pansenbeständiger Stärke, zusätzlich mit einer guten Pansenverträglichkeit. Etwa 40 – 50 % der Stärke aus Körnermais passieren den Pansen unverdaut und können direkt im Dünndarm absorbiert werden. Das führt zu einer verringerten Bildung von Propionsäure im Pansen und damit zu einem stabileren Pansen-pH-Wert. Die in Gerste und Weizen enthaltene Stärke ist lediglich zu 15 % pansenbeständig. Daher führen diese Futtermittel bei hohen Einsatzmengen deutlich schneller zu einer Übersäuerung des Pansens, weshalb Körnermais gerade in der Fütterung von Milchkühen und Mastrindern ein sehr beliebtes Futtermittel.  

Feuchtmais bringt grundsätzlich die gleichen Eigenschaften mit wie normaler getrockneter Körnermais. Doch durch die Konservierung mittels Säuren und die vorangehende Vermahlung verändert sich die Verdaulichkeit der Stärke. Wie auch in einer lange silierten Maissilage sorgen die konservierenden Säuren beim Feuchtmais dafür, dass die Stärke an Pansenbeständigkeit verliert. Von der im durchsilierten Feuchtmais enthaltenen Stärke gelangen etwa 20 bis 25 % den Dünndarm. Damit ist Feuchtmais nach wie vor eine pansenfreundlichere Alternative zum Getreide und kann mit bis zu 5 kg Frischmasse ohne Bedenken in der Ration eingesetzt werden. Dennoch sollte stets der genaue Trockensubstanzgehalt des Feuchtmais bekannt sein. Diese kann, wie bei allen Nassfuttermitteln zum Teil stark variieren und damit großen Einfluss auf die tatsächlich gefütterte Menge haben. Bei einer Fütterung von z.B. 5 kg Frischmasse macht ein Unterschied der Trockensubstanz von 5 % bereits 250 g mehr bzw. weniger gefütterte Trockenmasse aus.  

Herausforderungen in der Konservierung von Feuchtmais 

Feuchtmai lässt sich aufgrund seiner Struktur sehr gut verdichten. Dennoch ist das Nacherwärmungsrisiko sehr hoch. Daher ist der Einsatz eines entsprechenden Konservierungs- oder Siliermittel mittels unbedingt zu empfehlen. Das gilt sowohl für die Silierung im Schlauch, wo die Verdichtung oft noch etwas geringer ausfällt, als auch im Silo.  Ein weiterer wichtiger Punkt für den Erhalt der Qualität ist ein ausreichender Vorschub, welcher auch in der Rationsgestaltung beachtet werden muss. 

Feuchtmais oder Körnermais – was ist besser? 

Ob in Ihrem Fall eine trockene oder nasse Konservierung sinnvoller ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Je nach Witterungsverhältnissen und Sorte kann eine Trocknung teurer oder günstiger sein als eine Silierung. Dabei stellt sich gerade in diesem Jahr die Frage wie sich die Energiepreise für eine Trocknung und dadurch auch Verfügbarkeiten und Preise vom Körnermais entwickeln. Betrachten Sie außerdem welche weiteren Futtermittel Ihre Ration maßgeblich gestalten und welche Eigenschaften Ihr hofeigenes Kraftfutter bestmöglich mitbringen sollte. Sprechen Sie dazu auch gern mit Ihrem Sano Fachberater. Wir beraten Sie gern in der optimalen Gestaltung Ihrer Rationen für Milchkühe, Trockensteher, Jungvieh oder Mastbullen. Fest steht, dass die Ration, sowohl bei der Nutzung von Körnermais als auch Feuchtmais, optimal auf Basis der Verdaulichkeiten abgestimmt sein sollte, um die verfügbaren Futtermittel bestmöglich einzusetzen. Nur so kann eine optimale Pansengesundheit und Futtereffizienz für hohe Futteraufnahmen und sehr gute Leistungen gesichert werden. 

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