Fett in der Rinderfütterung

 Fett stellt einen verhältnismäßig kleinen Teil der Ration von Wiederkäuern dar. Dennoch ist es sowohl als Energieträger als auch zur Bildung von Hormonen, Zellmembranen und natürlich Milchfett von großer Bedeutung für die Rinder. Dabei ist neben der Menge vor allem die Art des Fetts, also die Fettsäuren, von Bedeutung. Durch das neue Futtermittelanalysensystem nach CNCPS ist es erstmals möglich dieses Fettsäuremuster genau zu ermitteln und in das Management der Nährstoffversorgung im Futterkonzept einzubauen. Umso wichtiger ist es zu verstehen, was sich hinter dem neuen Futtermittelanalysesystem  und den Fettsäuremustern verbirgt!

 

1. Was ist Fett?

 

Fette bestehen aus Glycerin, einem Zuckeralkohol, an den drei Fettsäuren gebunden sind. Diese Fettsäuren werden von der Kuh absorbiert und genutzt. Sie sind eine Kette von unterschiedlich vielen Kohlenstoff-Atomen. Dabei unterscheidet man noch weiterhin verschiedene Arten von Fettsäuren

 

  • Gesättigte Fettsäuren 

Gesättigte Fettsäuren haben nur Einfachbindungen. In der Milchviehfütterung ist Palmitinsäure die wichtigste gesättigte Fettsäure. Sie ist Hauptbestandteil des Milchfettes und besonders wichtig. Mit einem ausreichenden Gehalt im Kraftfutter, stellen Sie die Versorgung sicher.

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Palmitinsäure

  

  • Ungesättigte Fettsäuren 

Ungesättigte Fettsäuren enthalten Doppelbindungen. Sie haben außerdem einen niedrigeren Schmelzpunkt, sind dadurch flüssiger und werden leichter verdaut. Linolsäure und Linolensäure sind bekannte z.B. ungesättigte Fettsäuren. Sie haben in bestimmten Mengen sowohl einen Einfluss auf das Immunsystem als auch auf den Milchfettgehalt und können, regelmäßig und gezielt verabreicht, zu einer Verbesserung dieser führen. So steigt die Gesundheit beim Einzeltier und im Bestand.

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Linolsäure

 

  • Essentielle Fettsäuren 

Essentielle Fettsäuren sind alle Fettsäuren, egal ob gesättigt oder ungesättigt, mit mehr als 16 Kohlenstoff-Atomen. Diese kann der Körper der Kuh nicht selbst herstellen. Darum ist es essentiell, dass die Kuh sie mit dem Futter aufnimmt, weil nur durch die Zufütterung eine optimale Versorgung gegeben ist. Die bereits genannten Fettsäuren Linol- und die Linolensäure sind ebenfalls essentielle Fettsäuren.

  

2. Warum sollte ich Futterfette einsetzen?

Fette liefern mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate. Daher ist es insbesondere zu Beginn der Laktation sinnvoll, Futterfette als Energieträger zu nutzen. Das schließt bereits Trockensteher mit ein. Fette unterstützen den durch die Geburt der Kälber anfälligen Stoffwechsel der Rinder und decken den hohen Anstieg des Energiebedarfs zu Beginn der Laktation. 

In dieser Phase befindet sich die Kuh in einer negativen Energiebilanz. Durch eine höhere Energiedichte bzw. angepasste Energiewerte in den vorbereiteten Rationen ist es möglich einen erhöhten Bedarf in der Frühlaktation zu decken und niedrigen Leistungen schnell und gezielt entgegenwirken. 

Bei der Fütterung ist aber unbedingt auf die Zusammensetzung der Fette zu achten, denn nur so kann man einen optimalen Ausgleich der Energiebilanz erreichen. Eine falsche Zusammensetzung der Fettsäuren kann die Aktivität der Mikroorganismen im Pansen beeinträchtigen. Das führt wiederum zum Risiko einer schlechteren Faserverdaulichkeit, Passagerate und Futteraufnahme. Dies ist unbedingt zu vermeiden, denn eine hohe Futteraufnahme ist die Basis für Tiergesundheit , Fruchtbarkeit und Leistung In jeder Lebens- und Leistungsphase.

 

3. Wieviel Fett braucht meine Ration?

 

Hier kommt es auf die Fettsäuren an! Das startet bereits beim hofeigenen Grundfutter. Eine Futtermittelanalyse nach CNCPS analysiert nicht nur den Gesamtfettgehalt (Rohfett), sondern auch die Zusammensetzung aus den Fettsäuren. Dadurch kann bereits durch eine gezielte Rationsberechnung der Fettgehalt der Ration optimal eingestellt werden. Sie erfahren, wie Sie den Fettgehalt in der Fütterung optimieren können. Durch eine gezielte Vorbereitung mittels der Futtermittelanalyse und einer abgestimmten Fütterung, bleiben die die Pansenmikroben aktiv, die Passagerate und Futteraufnahme hoch und die Tiere gesund und leistungsstark. 

 

4. Wie setze ich Fettprodukte am besten ein?

 

Gezielte Ergänzungen mit geschützten Fettsäuren umgehen den Pansen und wirken nach der Aufnahme direkt am Dünndarm. Das hat Vorteile, denn je nach eingesetztem Fett verbessern sie die Energieversorgung und können den Milchfettgehalt stabilisieren. Die Futtermittelanalyse und die dynamische Rationsberechnung nach CNCPS -Modell ermöglichen es uns, das Fettsäuremuster in der Ration aktiv zu beeinflussen. Sie liefern somit ein wertvolles Instrument zur Sicherung einer bedarfsgerechten Energieversorgung, hohen Fruchtbarkeit und bestmöglicher Tiergesundheit. Besonders bei hohen Leistungen und zu Beginn der Laktation ist der gezielte Einsatz und Umgang mit Fett bei der Fütterung eine effektive Möglichkeit der Unterstützung der Kühe.

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