ASP-Status-Betrieb werden

Betrieb Kruse als erster Teilnehmer im Kreis Minden-Lübbecke angemeldet - ASP-Betrieb

Wenn es um Neuerungen in der Landwirtschaft geht, dann sind Friedhelm und Sohn Kai Stephen Kruse immer vorne mit dabei. So auch in der aktuellen Situation rund um die Afrikanische Schweinepest (ASP). Als erster Betrieb im Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben sie sich für das freiwillige Früherkennungsprogramm als Status-Betrieb angemeldet.

„Trotz der schwierigen Zeiten in denen Corona und die ASP für Preiseinbrüche im Schweinemarkt sorgen, versuchen wir als Familienbetrieb positiv in die Zukunft zu schauen und üben trotz aller Schwierigkeiten unseren Beruf weiterhin mit Hingabe und Herzblut aus“, zeigt sich Kai Stephen Kruse optimistisch Die beiden engagierten Landwirte bewirtschaften zusammen mit ihren Ehefrauen einen Betrieb mit 400 Sauen und Ferkelaufzucht in Petershagen-Maaslingen. Tierärztlich wird der Betrieb seit vielen Jahren erfolgreich von Fachtierärztin Dr. Eva-Ursula Peitzmeier betreut. „Damit wir für die hoffentlich nicht eintretende Situation von ASP bei Wildschweinen in unserer Region in Bezug auf den Verkauf unserer Ferkel gut vorbereitet sind, haben wir uns zur Teilnahme am Früherkennungsprogramm entschieden“, erklärt Kai Stephen Kruse die betriebliche Entscheidung. Denn bei einem Ausbruch der ASP bei Wildschweinen werden in den betroffenen Gebieten Einschränkungen für den Transport von Schweinen in freie Gebiete gelten. Die Europäische Union hat daher ein freiwilliges Programm zur Früherkennung der ASP in schweinehaltenden Betrieben beschlossen. Teilnehmende Betriebe können damit den Status ASP erlangen und so ihre Schweine einfacher in freie Gebiete verbringen. „Nach der Anmeldung zur Teilnahme hatten wir eine umfangreiche Kontrolle unseres Betriebes durch das Veterinäramt, die wir erfolgreich bestanden haben“, so Friedhelm Kruse.

Nachfolgend ist der Ablauf beispielhaft am Beispiel des Bundeslandes NRW dargestellt (Quelle: LANUV, Erlass ASP Früherkennung vom 26.05.2020; Merkblatt ASP Früherkennung und Status).

Die Bestimmungen der einzelnen Bundesländer können im Internet bei den jeweils zuständigen Behörden eingesehen werden.

 

Freiwilliges Früherkennungsprogramm des Landes NRW zur Anerkennung als ASP-Statusbetrieb

Um gemäß Durchführungsbeschluss 2014/709/EU diesen Status zu erhalten, müssen die Betriebe in NRW folgende Bestimmungen erfüllen:

 1. Anmeldung des Betriebes bei der Tierseuchenkasse NRW durch den Tierhalter.

Der Tierhalter stellt einen Antrag auf Teilnahme am Früherkennungssystem „ASP-Statusbetrieb“. Dieser beinhaltet den Antrag auf Beihilfe zu den Untersuchungskosten sowie die Abgabe einer Verpflichtungserklärung. Die Teilnahme ist für mindestens 2 Jahre verpflichtend.

2. Kontrolle der Biosicherheit des Betriebes durch das Veterinäramt

Das zuständige Veterinäramt kontrolliert einmalig, ob der Betrieb die Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung und die Dokumentations- und Kennzeichnungspflichten nach der Viehverkehrsverordnung einhält. Die Kontrolle ist kostenpflichtig und der Tierhalter erhält einen Gebührenbescheid vom Veterinäramt.

3. Regelmäßige Untersuchung der verendeten Schweine

Hierzu werden jeweils von den ersten zwei verendeten Schweinen pro Woche im Alter von > 60 Tagen Blutproben durch den Hoftierarzt entnommen und zum zuständigen Untersuchungsamt gesendet. Die Tätigkeit der Blutprobenentnahme rechnet der Hoftierarzt mit dem Tierhalter ab. Die Kosten der Untersuchung im Untersuchungsamt trägt die Tierseuchenkasse NRW, wenn der Tierhalter die entsprechenden Bedingungen erfüllt, also beim Programm angemeldet ist.

4. Zweimal jährliche klinische Untersuchung der Schweine des Betriebes im Abstand von mindestens vier Monaten

Der Hoftierarzt kontrolliert die Produktionsbücher und tiergesundheitlichen Aufzeichnungen des Betriebes, um auffällige Schweine auszusondern und klinisch zu untersuchen. Hier ist die Messung der Körpertemperatur besonders wichtig. Werden bei der Besichtigung des Betriebes keine auffällig kranken Tiere oder Tiergruppen identifiziert, wird stichprobenartig bei einigen Schweinen die Körpertemperatur gemessen. Die Auswahl der Schweine für die Messung der Körpertemperatur erfolgt per Zufallsprinzip, die Anzahl ergibt sich aus der folgenden Tabelle. Der Hoftierarzt führt die Untersuchungen als amtlicher Tierarzt durch. Die Kontrolle ist kostenpflichtig und der Tierhalter erhält einen Gebührenbescheid vom Veterinäramt.

Tabelle 1: Anzahl der auszuwählenden Schweine per Zufallsprinzip

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Zusammenfassung um ASP-Status-Betrieb zu werden:

Anerkennung des Status ASP-Betrieb in NRW nach dem Durchführungsbeschluss 2014/709/EU Die erstmalige Anerkennung erhält der Betrieb frühestens nach Erfüllung folgender Anforderungen:

1. Anmeldung des Betriebes bei der Tierseuchenkasse durch den Tierhalter

2. Kontrolle der Biosicherheit durch das Veterinäramt ohne Beanstandung

3. Untersuchung der ersten zwei pro Woche verendeten, > 60 Tage alten Schweine über mind. vier Monate mit negativem Ergebnis

4. Einmalige klinische Untersuchung der Schweine durch den Hoftierarzt mit negativem Ergebnis

 

Der Status wird aufrechterhalten, wenn folgende Untersuchungen weiterhin mit negativem Ergebnis durchgeführt werden: - regelmäßige Untersuchung der verendeten Schweine > 60 Tage - zweimal jährliche klinische Untersuchung der Schweine des Betriebes.

 

 

Sie haben Fragen rund um das Thema ASP oder ASP-Betrieb?

Dann rufen Sie uns gerne an oder schreiben eine E-Mail an beratung@sano.de

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