Umgang mit Dürremais: Ernte, Silierung und Fütterung im Überblick

Trockenheit senkt Erträge und Energiegehalte in der Maissilage. Mit der CNCPS-Futteranalyse und Rationsberechnung wird Futter präzise bewertet und Energielücken gezielt geschlossen, um knappe Grundfutterreserven optimal zu nutzen.

Mais auf dem Feld während einer Dürrephase

Die vielerorts anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen hat die Entwicklung der Maisbestände regional stark beeinträchtigt. Die Dürre führt durch Wassermangel und Hitzestress zu deutlichen Ertragseinbußen. Neben einer geringeren Pflanzenmasse je Hektar ist insbesondere eine unzureichende Kolbenausbildung zu beobachten. Die Folge ist eine geringere Stärkeeinlagerung. Das erhöht die Notwendigkeit, die vorhandenen Grundfuttervorräte möglichst effizient einzusetzen. Gleichzeitig werden alternative Futterquellen in Erwähnung gezogen, um bedarfsgerechte Rationen für Gesundheit und Leistung füttern zu können.

CNCPS-Futteranalyse schafft Klarheit

Gerade in Jahren mit Trockenstress reicht die Betrachtung klassischer Analysewerte häufig nicht aus, um den tatsächlichen Futterwert einer Silage zuverlässig einzuschätzen. Die Verdaulichkeit im Tier ist entscheidend, um die Maissilage hinsichtlich ihrer tatsächlich verfügbaren Nährstoffe exakt bewerten zu können. Genau dies ist mit der CNCPS-Futteranalyse möglich. So werden Fütterungsentscheidungen auf eine sichere und belastbare Datengrundlage gestellt.

Energiedichte Rationen trotz knapper Grundfutterbestände

Ziel ist es, auch bei knappen Grundfutterbeständen eine energiereiche, leistungsgerechte und hoch verwertbare Ration zusammenzustellen. Gleichzeitig lassen sich alternative Futterkomponenten wie Getreide, Feuchtmais, Pressschnitzel oder andere Nebenerzeugnisse gezielt in die Ration integrieren, ohne den Pansenstoffwechsel oder die Tiergesundheit zu gefährden. Dadurch können vorhandene Futterreserven geschont und wirtschaftlich optimal genutzt werden.

Dürre im Maisbestand: Wie sich die Nährstoffzusammensetzung verändert

Daten aus den USA (Tabelle 1) zeigen die veränderte Zusammensetzung von dürregeschädigtem Mais. Diese Ergebnisse decken sich mit den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren in Deutschland.

Anaylseergebnisse verschiedener Maissilagen

Tabelle 1: Maissilage-Analysen (1386 Proben, 1.7.-7.8.2012). 2012 war ein Dürrejahr in den USA. Angaben in Prozent (%).

Stärkegehalt: Vermindert, da die Befruchtung und die Kornfüllung eingeschränkt werden.
Zuckergehalt: Erhöht, da der Zucker nicht mehr vollständig in Stärke umgewandelt wird.
Trockenmasse-Ertrag: Reduziert durch geringere Biomassebildung.
Nitratgehalt: Kann deutlich erhöht sein, da die Umwandlung von Nitrat in pflanzliches Eiweiß eingeschränkt ist.
Energiegehalt: Häufig reduziert, vor allem durch geringere Kolben- und Stärkeanteile.

Trockenheit im Maisbestand: Was bei der Silierung zu beachten ist

Je nach Entwicklungsstadium, in dem sich der Mais während einer Dürreperiode befindet, kann er hohe Restzuckergehalte bei gleichzeitig geringen oder fehlenden Stärkegehalten aufweisen. In Verbindung mit einer erhöhten Belastung durch Hefen und Schimmelpilze steigt dadurch das Nacherwärmungsrisiko im Silo.

Hohe Zuckergehalte und eine starke Hefebelastung können bereits während der Silierung zu einer alkoholischen Fehlgärung führen. Niedrige Trockenmassegehalte verstärken dieses Risiko zusätzlich. Dabei verstoffwechseln Hefen unter anaeroben Bedingungen Zucker zu Ethanol und CO₂, was mit Energie- und Trockenmasseverlusten verbunden ist. Zudem kann das gebildete Ethanol die Entstehung von Estern begünstigen. Diese äußern sich durch einen fruchtig-süßlichen Geruch und können die sensorische Qualität der Silage beeinträchtigen. Gleichzeitig wirkt sich eine hohe Hefebelastung negativ auf die aerobe Stabilität aus und erhöht das Risiko einer Nacherwärmung nach dem Öffnen des Silos.

Folgt auf die Trockenperiode eine feuchtwarme Witterung, werden Wachstum und Vermehrung von Pilzen begünstigt, wodurch das Risiko einer Mykotoxinbildung deutlich ansteigt.

Darüber hinaus kann sich in dürregeschädigtem Mais Nitrat anreichern, da dessen Umwandlung in pflanzliches Eiweiß infolge des eingeschränkten Stoffwechsels reduziert ist. Während der Silierung kann dieses Nitrat teilweise zu nitrosen Gasen umgesetzt werden, weshalb insbesondere in den ersten Tagen nach dem Verschließen des Silos erhöhte Vorsicht geboten ist. Da sich Nitrat vor allem in den unteren Stängelabschnitten anreichert, sollte eine höhere Schnitthöhe gewählt werden. Gleichzeitig wird dadurch der Eintrag bodennaher Mikroorganismen, insbesondere von Enterobakterien, reduziert.

Siliermittelauswahl bei dürregeschädigtem Mais

Die Siliermittelauswahl sollte auf die Absicherung der aeroben Stabilität ausgerichtet sein. Dazu eignet sich Labacsil® Stabil:

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  • Sichert aerobe Stabilität
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Für individuelle Empfehlungen zur erfolgreichen Silierung und Fütterung Ihrer Maisbestände, wenden Sie sich gerne an Ihre Sano-Fachberatung.

 

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