Rindergrippe im Kälberstall - Teil 1: Basics zur Rindergrippe

Mit den abnehmenden Tagen und der kalten Jahreszeit zieht eine unsichtbare Gefahr in den Kälberstall ein. Gemeint ist die Rindergrippe (enzootische Bronchopneumonie (EBP)). Was sie jetzt wissen müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Welche Bedeutung hat Rindergrippe für meinen Betrieb?

Rindergrippe ist eine hochansteckende Erkrankung der Atemwege. Ist ein Kalb erkrankt, dauert es meist nicht lang bis auch andere Kälber Symptome zeigen. Die Tiere können vollständig genesen aber auch langfristige Folgen mit bleibenden Schäden können die Folge sein. Die Rindergrippe endet nicht selten tödlich. Die Tiere leiden häufig unter einer Lungenentzündung. Auch bei genesenen Kälbern zeigen sich sowohl kurz- als auch langfristige Folgen, wie einer langsameren Entwicklung der Jungtiere, einem verspäteten Erstkalbealter sowie deutlich verringerten Milch- und Mastleistungen. Eine Studie aus 2018 zeigte sogar, dass erkrankte Kälber bis zu 525 kg weniger Milch in der ersten Laktation gaben (Dunn et al., 2018).

Was sorgt für eine Infektion mit der Rindergrippe?

Wie so häufig hat auch eine Infektion mit Kälbergrippe mehrere Ursachen. Neben den Erregern (Viren und Bakterien) spielen auch der Immunstatus des Kalbes sowie Umweltfaktoren eine wichtige Rolle. Viren und Bakterien sind in unserer Welt stets allgegenwärtig. Sie allein führen meist nicht zur Infektion. Ist jedoch das Immunsystem der Kälber geschwächt oder sind unbelebte Faktoren beteiligt, können sich die Erreger im Tier einnisten, vermehren und zur Krankheit führen. Zu den unbelebten Faktoren zählen beispielhaft: Stress, Transport, Umstallung, hohe Ammoniakbelastung, Zugluft, Hitze / Kälte), Temperaturschwankungen und zu hohe Luftfeuchtigkeit. Diese Faktoren schwächen das Immunsystem und erhöhen die Anfälligkeit gegenüber Infektionen. Nur dann haben die Viren eine Chance, eine Erkrankung auszulösen.

 

Wann ist die Gefahr der Rindergrippe im Kälberstall am größten?

Besonders gefährdet sind Kälber im Alter von zwei Wochen bis neun Monaten. Das liegt daran, dass in dieser Zeit die Organe, wie z.B. die Lunge, stark wachsen. Gleichzeitig ist das Immunsystem noch nicht voll ausgereift. Generell treten die meisten Erkrankungen der Rindergrippe in den ersten drei Lebensmonaten auf. Doch auch der Beginn der kalten Jahreszeit kann ein Auslöser sein. Ein schneller Abfall der Temperatur, Zugluft oder hohe Luftfeuchtigkeit erleichtert die Infektion und Ansteckungsgefahr.

 

Die ersten Symptome der Kälbergrippe können harmlos beginnen

  • Symptome: Fieber, Husten, klarer Nasen- und Augenausfluss
  • Die Tiere fressen bzw. saufen normal

→ Der Rat eines Tierarztes ist hinzuzuziehen, da die Tiere hier noch gute Heilungschancen haben und bleibende Lungenschädigung zu verhindern sind.

Wenn zur Viruserkrankung auch Bakterien dazukommen (Sekundärinfektion):

  • Der Nasenausfluss wird schleimig-eitrig
  • Husten und Atembeschwerden nehmen zu
  • Krankhafte Atemgeräusche, erhöhte Atemfrequenz bis zur Atemnot
  • Die Tiere sind matt & teilnahmslos und verweigern die Futter- und Tränkeaufnahme

→ Bis zu diesem Zustand sind schon mindestens fünf Krankheitstage vergangen. Die Aussicht auf Heilung hat sich deutlich verschlechtert. Ein sofortiges Hinzuziehen des Tierarztes ist zu empfehlen.

Verschleppte Krankheitsfälle:

Bei „übersehenen“ Tieren:

  • Das Lungengewebe stirbt ab, Abszesse entstehen
  • Das Kalb zeigt eine angestrengte Bauch- und Maulatmung
  • Eine Ausheilung ist nicht mehr möglich
  • Die Folgen: Kümmerer und hohe Rückfallquoten in Form von chronischen Schüben

Behandlung:

Frühes Erkennen der Grippe ist das A und O:

  • Bei ersten Anzeichen Tierarzt kontaktieren und Maßnahmen einleiten
  • Die schädlichen Umweltfaktoren (siehe oben) ausschalten

Unterstützende Maßnahmen:

  • Bei schwerer Verlaufsform und starker Atemnot medikamentöse Unterstützung der Lungenfunktion.
  • Unterbringung in sauerstoffreicher Umgebung kann helfen (Freilauf, Offenstall, Iglu, zugluftfreie Scheune).

Wie kann ich einer Infektion mit Kälbergrippe vorbeugen?

Ein frühzeitiges Erkennen ist das A & O! Legen Sie Standards für Beobachtung, Erkennung, Kennzeichnung und Behandlung von kranken Kälbern fest. Zudem unterstützen Sie Ihre Kälber am besten in dem Sie den oben genannten Ursachen möglichst gut entgegenwirken. Das bedeutet:

  • Das Immunsystem der Kälber stärken:
    • Ausreichend hochwertiges Kolostrum innerhalb der ersten Lebensstunden verabreichen
    • Impfung gegen Kälbergrippe
    • Trockensteherfütterung mit ausreichend Vitaminen und Spurenelementen (hochwertiges Mineralfutter)
    • Muttertierimpfung
  • Unbelebte Faktoren minimieren
    • Hygiene im Abkalbe- und Kälberbereich
    • Ausreichend Luftaustausch ohne Zugluft
    • 18 – 20 °C Stalltemperatur bei 40 – 60 % Luftfeuchtigkeit
    • Ausreichend Platz, Belegdichte an Tierzahl anpassen
      • Keine Dauerbelegung: Rein-Raus-Verfahren mit Ausmisten, Reinigen und Desinfizieren.
    • Adäquate und hochwertige Fütterung
  • Das Immunsystem der Kälber stärken:
    • Feste Gruppen bilden und häufiges Umstallen vermeiden
    • Stressige Behandlungen zeitlich verteilen und ausreichend Ruhephasen ermöglichen

Viele dieser Maßnahmen haben Sie dabei selbst in der Hand. So können Sie das Risiko einer Infektion mit der Rindergrippe bereits effektiv vermeiden. Mit der Sano Ist-Analyse helfen wir Ihnen gerne dabei versteckte Potenziale in Ihrem Kälberstall aufzudecken und die Gesundheit Ihrer Kälber noch weiter zu verbessern. Sprechen Sie Ihre:n Sano Fachberater:in an und entdecken Sie gemeinsam neue Potenziale für Ihre Kälberaufzucht.

 

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