Rationscontrolling – Gerechnet, gefüttert, gefressen?

Das Grundfutter wurde analysiert, die Ration gerechnet, gemischt und gefüttert. Doch mit der Ablage auf den Futtertisch endet die erfolgreiche Fütterung nicht. Jetzt beginnt der relevante Teil mit den Fragestellungen: Was hat die Kuh gefressen und wie hat sie es verdaut und in Stoffwechsel, Gesundheit und Milchleistung gesteckt? Denn letztendlich zählt nicht die berechnete Ration, sondern das was uns die Kühe widerspiegeln. Anhand des Feedbacks der Tiere entscheidet sich maßgeblich die zukünftige Feinjustierung der Rationen. Wie Rationscontrolling richtig geht und was Sie in Ihrem Betrieb einfach umsetzen können erklärt dieser Blogartikel.


1.    Trockensubstanzgehalte überprüfen
Eine Grundfutteranalyse zeigt eine Momentaufnahme des Grundfutters. Besonders der Gehalt der Trockensubstanz (TS) kann stark schwanken. Insbesondere bei starker Sonneneinstrahlung oder starken Regenfällen kann der TS-Gehalt schnell um 5 Prozent variieren. Wird dies nicht bei der Fütterung berücksichtigt, unterscheidet sich die gefütterte Ration stark von der gerechneten. Das kann zu veränderten Futteraufnahmen sowie einem Ungleichgewicht im Pansen führen. Einmal die Woche sollte daher die TS der Silagen kontrolliert und die gefütterten Grundfuttermengen entsprechend angepasst werden.

2.    Futtertisch kontrollieren
Der regelmäßige Blick auf den Futtertisch verrät einem sehr viel über die gefütterte Ration. Ist das Futter gleichmäßig abgelegt? Sieht die Ration an jedem Fressplatz gleich aus? Wird die Ration gleichmäßig gefressen oder werden „Löcher“ in das vorgelegte Futter gefressen? Das Futter sollte an jedem Futterplatz die gleiche Zusammensetzung haben sowie gleich gut erreichbar sein – und das den ganzen Tag lang! Vor der nächsten Fütterung ist daher auch immer der Futterrest zu beurteilen, um Veränderungen der Futteraufnahme schnell wahrzunehmen.

3.    Schüttelbox für genaue Ergebnisse
Das geschulte Auge erkennt schnell, ob etwas mit der Ration nicht passt. Doch eine Schüttelbox gibt genaue Auskunft über Mischgenauigkeit und Selektion. Dafür sollte direkt nach der Futterablage an 3 bis 5 verschiedenen Stellen des Futtertisches eine Stichprobe der Ration genommen und ausgeschüttelt werden. Die daraus entstehenden Fraktionen sollten möglichst identisch sein. Nimmt man einige Stunden später an den gleichen Stellen noch einmal Stichproben und schüttelt diese aus, bekommt man einen Eindruck davon, wie gleichmäßig die Ration gefressen wird. Ist die Mischung nicht so homogen wie gewünscht oder wird selektiert muss fütterungstechnisch entsprechend gegengesteuert werden. Mögliche Ansatzpunkte sind die TS der Gesamtration sowie die Mischdauer. Gerne beraten wir Sie auch in diesen Punkten. Melden Sie sich einfach bei uns!

4.    Feedback vom Tier
Das direkte Feedback vom Tier zu beobachten ist ebenfalls sehr wichtig. Wie verhalten sich die Tiere? Gibt es Stress am Futtertisch? Wie sind Wiederkauverhalten und Kotkonsistenz der Einzeltiere? Starke Unterschiede in der Anzahl der Wiederkauschläge oder der Kotkonsistenz sind ebenfalls ein Anzeichen für selektive Futteraufnahme. Die Kotkonsistenz erlaubt außerdem Rückschlüsse auf die Versorgung mit Stärke und Rohfaser. Für eine bessere Beurteilung lohnt es sich auch den Kot auszuwaschen.

5.    Milchkennzahlen nutzen
Die meisten Betriebe erhalten tägliche Auswertungen der Milchmengen und Milchinhaltsstoffe der Tiere. Nutzen Sie diese. Gab es große Abweichungen der Milchmenge zum Vortag? Schwanken Milchharnstoffe in der Herde und wie verhalten sich Fett und Eiweiß der Tiere? Durch die Analyse der Milchinhaltsstoffe erfahren Sie wertvolle Informationen über die Futteraufnahme und -verwertung Ihrer Tiere.
 
6.    Unterstützung vom Profi holen
In allen genannten Punkten, der Interpretation der Ergebnisse sowie der Umsetzung in der Fütterung unterstützen wir Sie gern. Mit dem modernen Beratungskonzept Smart Dairy Nutrition (SDN) nutzen wir dafür modernste Auswertungsprogramme, um den Betriebserfolg langfristig und nachhaltig zu sichern. Auch profitieren Sie dabei von der Erfahrung unserer Fütterungsberater, welche täglich verschiedenste Betriebe sehen und unserem weltweitem Wissensnetzwerk. Kontaktieren Sie uns einfach unter beratung@sano.de oder +49 0844 575 41 04.

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