4 Wege um die Futterkosten in der Schweineproduktion zu optimieren

Der größte und variabelste Kostenblock von Betrieben in der Tierproduktion ist das Futter. Auch bei guten Preisen für Ferkel und Schlachtschweine können Ferkelerzeuger und Schweinemäster ihr Einkommen nach Futterkosten noch verbessern. Bei niedrigen Erzeugerpreisen gilt das umso mehr – die Existenz des Betriebes kann davon abhängen! Fütterung ist ein kontinuierlicher Prozess. Optimieren können Sie auf mehreren Wegen und damit eine deutliche Effizienzsteigerung schaffen.

 

1. Die Futterverwertung

Der Schlüssel zur Kostenoptimierung ist die Futterverwertung (FVW). Das gilt vor allem für Mastschweine und Ferkel, aber auch für Zuchtsauen. Hier einige rechnerische Beispiele, wie sich die Kennzahlen verbessern können.

In der Schweinemast:

Annahme: Sie verbessern die FVW in der Mast durchschnittlich um 0,1 (z.B. von 2,9:1 auf 2,8:1).

Mastbeginn 30 kg Lebendmasse (LM), Mastende 120 kg LM; LM-Zuwachs = 90 kg.

Futterverbrauch: 90 kg x (-0,1) = -9 kg. Bei 1.000 Plätzen und 3,0 Durchgängen pro Jahr: 9 kg x 1.000 x 3 = 27.000 kg Futter eingespart.

Die Futterkosten sinken: 27.000 kg Futter x 0,29 € Kosten pro kg = 7.830 €.

Die Schlachterlöse bleiben dabei gleich.

Folglich steigt das Einkommen nach Futterkosten (income over feed cost = IOFC) des 1.000er Maststalls um 7.830 € = 7,83 € pro Platz = +2,61 € / Mastschwein.

 

In der Ferkelaufzucht:

Annahme: Sie verbessern die Futterverwertung in der Ferkelaufzucht durchschnittlich um 0,1 (z.B. von 1,8:1 auf 1,7:1).

Absetzgewicht 8 kg, Verkaufsgewicht 30 kg à LM-Zuwachs = 22 kg.

Futterverbrauch: 22 kg x (-0,1) = -2,2 kg. Bei 5.000 aufgezogenen Ferkeln pro Jahr: 2,2 kg x 5.000 = 11.000 kg Futter eingespart.

Die Futterkosten sinken um 11.000 kg Futter x 0,36 € Kosten pro kg = 3.960 €.

Die Verkaufserlöse bleiben dabei gleich. Folglich verbessert sich der IOFC bei 5.000 aufgezogenen Ferkeln um 3.960 € = +0,79 € pro Ferkel.

 

2. Die Aminosäuren im Mineralfutter

Bei der Schweinefütterung sollten Sie einen Blick auf eine angepasste Nährstoffzufuhr haben. Das gilt besonders für das eingesetzte Protein. Je besser die Aminosäurenausstattung des Mineralfutters an den Bedarf der Schweine in der jeweiligen Phase angepasst ist, desto mehr Eiweißkomponenten können Sie einsparen. Gleichzeitig landet weniger Stickstoff (N) in der Gülle.

Der Einsatz eines Mineralfutters mit erhöhten Gehalten der drei, vier oder fünf erstlimitierenden Aminosäuren hilft Geld zu sparen. Denn Sie sparen bei den weniger eingesetzten Eiweißträgern und verringertem Gülleanfall (N-Gehalt) mehr ein, als Sie ausgeben. Der IOFC steigt. Als Zusatznutzen kann sich dabei auch die Futterverwertung verbessern (weiteres Ersparnis s.o.).

 

3. Die Tiergesundheit

Keim- und Toxingehalte haben einen großen Einfluss auf Tiergesundheit bzw. Leistung in Sauen- und Mastbetrieben. In der Futterhygiene und den richtigen Gehalten an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen steckt Potential. Die Wirkungen von (Fett-) Säuren, Hefen, Pflanzenextrakten, Faser- und Aromastoffen tragen ihren Teil zur Tiergesundheit sowie der richtigen Versorgung mit Nährstoffen bei.

Mit diesen Investitionen erzielen Sie:

  • eine bessere Futterverwertung
  • eine bessere Nährstoffverwertung und Güllebilanz

 Aufzucht und Mast:

  • weniger Erkrankungen und Wachstumseinbrüche
  • höhere Zunahmen
  • eine kürzere Mastdauer

 Ferkelerzeugung:

  • größere Würfe und höhere Geburtsgewichte
  • mehr Sauenmilch
  • weniger Gewichtsverlust der Sau
  • weniger Kümmerer und Ferkelverluste

 

4. Die Düngebilanz und die Güllekosten

Bei der Nährstoffbilanz geht es immer um Einträge in den Betrieb (Futterzukauf) und Austräge aus dem Betrieb (Tierverkauf, Gülle-Abgabe). Sie können die Bilanz ausgleichen, indem sie die Einträge verringern:

  • N- und P- reduziert: Absenken des XP um 1%-Punkt reduziert die Güllemenge um 5-7%
  • geringerer Futterbedarf durch einen bessere Futterverwertung (siehe oben)
  • weniger Futterzukauf Auf der anderen Seite können Sie auch die Austräge erhöhen:
  • höhere Zunahmen, kürzere Mast- / Aufzuchtdauer bis zum Zielgewicht
  • mehr verkaufte Tiere pro Stallplatz (mehr Durchgänge)

 

Fazit:

Höhere Futterkosten gleichen Ihre Tiere durch gesteigerten Output und geringere Behandlungskosten mehr als aus. Unterm Strich steigt das Einkommen nach Futterkosten und somit auch die Wirtschaftlichkeit deutlich, wodurch Sie langfristig profitieren. Die Futteroptimierung leistet einen wesentlichen Beitrag zu einem guten und vor allem effizienten Betriebsergebnis in der Schweinehaltung, weshalb die Futtereffizienz sowie die Qualität des Futters zu einer erfolgreichen Betriebsführung beiträgt.

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